In Hamburg werden die 3. Deutschen Meisterschaften im Para-Kanu-Rennsport ausgetragen. Es sind alle 12 mögliche Renn-Kategorien über 200m ausgeschrieben, 6 im V1 und 6 im K1. Erfahrungsgemäß werden bei den Männern wohl in allen Startklassen Kanuten an den Start gehen.

Die 3 aktuellen Startklassen sind: 

  • LTA : steht für (engl.) Legs-Trunk-Arms; Hier können die Sportler alle Körperteile zumindest teilweise noch einsetzen. Oft haben die Athleten eine Beinamputation, aber auch andere körperliche Einschränkungen, die weit weniger sichtbar sind, aber zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Beweglichkeit und/oder Kraft an den Gliedmaßen führen.
  • TA: steht für (engl.) Trunk-Arms: In dieser Startklasse sind beide Beine nicht mehr so funktionsfähig, dass sie für eine optimale Paddeltechnik und Krafteinsatz zur Verfügung stehen. Hierzu gehören z.B. Menschen mit beidseitiger Beinamputation oder Lähmungen nur in den Beinen
  • A: steht für (engl.) Arms: In dieser Startklasse starten Kanuten, die ihre Kraft nur noch aus den Armen und Schultern holen können. Dazu gehören z.B. Menschen mitQuerschnittslähmungen ab dem 12. Brustwirbel.

Wenn ein Rollstuhl einsam am Bootssteg steht:
Im Rollstuhl sitzen, ein Bein verlieren – Kanusport ist auch hier möglich, und zwar auf höchstem Niveau.
Denn bereits seit 2010 gibt es eine Para-Kanu-Nationalmannschaft.

Seit der 1. Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Poznan 2010 hat das deutsche Team
folgende Medaillen gewonnen, immer über 200m:

  • 2010: WM: 2. Platz im LTA-V1 durch Gerhard Bowitzki, PCK Wassersport Schwedt
  • 2011: WM: 2. Platz im LTA-V1 durch Brit Gottschalk, WV Schierstein, 3. Platz im LTA-V1 durch Gerhard Bowitzki, PCK Wassersport Schwedt
  • 2012: EM: 1. Platz im LTA-V1 durch Gerhard Bowitzki, PCK Wassersport Schwedt, 2. Platz im LTA-V1 durch Brit Gottschalk, WV Schierstein, WM: 1. Platz im LTA-V1 durch Gerhard Bowitzki, PCK Wassersport Schwedt
  • 2013: EM: 2. Platz im LTA-K1 durch Tom Kierey, KC Borussia Berlin, 2. Platz im LTA-V1 durch Brit Gottschalk, WV Schierstein WM: 1. Platz im LTA-K1 durch Tom Kierey, KC Borussia Berlin, 3. Platz im A-K1 durch Christian Matthes, SG Be Ni Regensburg

Also insgesamt 10 Medaillen bei 6 internationalen Meisterschaften, davon 2 Weltmeistertitel.

In Deutschland trainieren, wenn man die Klassifizierungen, zu Grunde legt, aktuell ungefähr 45 Para-Kanuten aus 13 Vereinen in der Leistungsklasse. Darüber hinaus gibt es immer mehr Nachwuchsgruppen, und auch Neu-Einsteiger, die noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten sind. Trainingszentren sind aktuell vor allem Leipzig, Halle, Schwedt, Potsdam, Oberhausen, Duisburg und München.
Para-Kanu-Rennen finden für Männer und Frauen im Kajak-Einer und V1 statt.

Der Kajak-Einer unterscheidet sich nur durch ein flacheres, dadurch kippstabileres Unterschiff vom regulären Rennboot. Die Paddeltechnik ist wie im Rennkajak üblich.

Der V1 ist die Para-Kanu Alternative zum C1. Der V1 hat keine Steuerung, wird mit dem Stechpaddel gefahren, und hat einen Ausleger. Die V1-Paddeltechnik ist entweder wie im C1, oder so, dass die Athleten die
Paddelseite wechseln. Das kommt aus dem Outrigger- und Ocean-Sport.
Um den Wettbewerb für die Sportler fairer zu gestalten, da jeder eine andere Körper- behinderung aufweisen kann, gibt es Startklassen. Es wird dabei von der für den Kanu-Rennsport notwendigen Körperfunktionen an Armen, Beinen und Rumpf ausgegangen.
Körperbehindert bedeutet hier nicht, dass nur Menschen im Rollstuhl oder mit Amputationen teilnehmen können. Es muss natürlich ein Mindestmaß an körperlicher Einschränkung gegeben sein. Diese Voraussetzungen und die dann folgende Einteilung in Startklassen überprüfen dann Klassifizierer. Davon gibt es in Deutschland bereits vier.

Nationale Meisterschaften und die Ranglisten-Kriterien für die Nationalmannschaft entsprechen den Regelungen für den Kanu-Rennsport. Sowohl die nationalen Meisterschaften, als auch die internationales Meisterschaften werden immer zusammen ausgetragen.

Schon gewusst?

Die erste Deutsche Meisterschaft fand 1919 in Leipzig statt. Gestartet wurde nur über 1000m und 10.000m im Einer und Zweier der Männer.

Über Hamburg:

In Hamburg unterhalten 98 Länder Konsulare. Damit ist Hamburg größter Konsularstandort in Europa und nach New York und Hongkong weltweit auf Platz 3.

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